Trachten

Lappland ist kein Staat, sondern vielmehr eine Region in Skandinavien. Der Volksstamm der Samen ist hier ansässig und hat im hohen Norden Europas eine faszinierende Kultur entstehen lassen. Wenn Sie sich nun fragen, warum nicht die Rede von dem Volk der Lappen ist: Die Samen haben sich ihren eigenen Namen gewählt, der ihrer Herkunft und Tradition am besten gerecht wird. Den Begriff „Lappen“ lehnen sie weitgehend ab, da er für sie einen diskriminierenden Unterton beinhaltet.

Die Sprache der Samen in Lappland


Obwohl das Volk der Samen auf den Staatsgebieten von Finnland, Schweden, Norwegen und Russland lebt, hat es sich seine eigenen Sprachen in einem gewissen Maße bewahrt. Erstaunlich ist das vor allem deswegen, weil es den Samen in den einzelnen Staaten teilweise verboten war, ihre Muttersprache zu benutzen.

Bemerkenswert ist insbesondere die Lexik der samischen Sprachen: Dinge, Tiere und Zustände, die für die Samen von großer Bedeutung sind, besitzen in den samischen Sprachen gleich mehrere Bezeichnungen. Dabei bedeuten die einzelnen Lexeme aber nicht das gleiche: Minimalen Bedeutungsunterschieden, die für die Samen wichtig sind und von uns gar nicht bemerkt würden, wird mit diesem breit angelegtem Lexikon Rechnung getragen. Beliebte Beispiele für diese lexikalische Vielfältigkeit sind die Worte „Schnee“ und „Rentier“, für die die Samen unzählige Wörter besitzen.

Samische Trachten in Lappland


Wie bei vielen anderen Völkern auch werden Trachten von den Samen nicht mehr im Alltag getragen wie es noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich war. Es muss schon ein bedeutendes Fest – etwa Ostern – vor der Türe stehen, damit die aufwendigen Gewänder getragen werden. Besonders ansprechend wirken die Trachten der Samen aufgrund ihrer farbenfrohe Gestaltung: Vor allem leuchtende blaue und rote Stoffe werden verwendet. Je nach Region fallen die Trachten unterschiedlich aus: Einige von ihnen sind mit breiten Borten, insbesondere an den Ärmeln, verziert, die aus Ringen unterschiedlichster Farben bestehen. Kombiniert werden die Kleider zumeist mit ebenso farbenfrohen Mützen und Halstüchern.