Stierkampf und Mauren
Kein anderes Land auf der Welt verbindet man so eng mit dem Stierkampf wie Spanien. Er ist, auch wenn es Tierschützer bedauern, immer noch auf der Iberischen Halbinsel zuhause. Apropos Zuhause: Ein neues Zuhause haben in Spanien wiederum zahlreiche Migranten gefunden - insbesondere die Marokkaner zählen zu den größten Einwanderungsgruppen.
Spanischer Stierkampf
Für Tierschützer ist der spanische Stierkampf eine Tradition, die nur schwer zu akzeptieren ist. Für viele Spanier gehört er aber einfach zu ihrer Kultur dazu – schließlich ist der Stierkampf seit Jahrhunderten in der Region beheimatet. Der Tanz mit dem wilden Stier wird in Spanien als Kunst verstanden – der Ablauf eines Kampfes ist nur bedingt spontan, es gibt in den einzelnen spanischen Regionen unterschiedliche Regeln und Abläufe, die berücksichtigt werden müssen. Der Stier, das Symbol für Fruchtbarkeit und Kraft, wird am Ende des Kampfes getötet. Der Torero zeigt hierdurch seine Überlegenheit, seine Kraft und Männlichkeit.
Bekannt für das Austragen spektakulärer Stierkämpfe ist insbesondere die spanische Hauptstadt Madrid sowie die Hauptstadt Andalusiens Sevilla. Die Stierkampfarena in Madrid, Las Ventas, ist die größte Arena des Landes: 25.000 Besucher können hier den Kampf des Toreros verfolgen. Stierkämpfe werden in den Sommermonaten ausgetragen – das Wetter ermöglicht es dann zahlreichen Zuschauern auf den Tribünen der Arenen Platz zu nehmen.
Immigranten in Spanien und ihr Einfluss
Spanien ist ein Land, das viele Einwanderer anzieht. Nach den Rumänen ist die zweitgrößte Immigrantengruppe die der Marokkaner. Sicherlich spielt hierbei die Nähe des afrikanischen Staates zum spanischen Festland eine Rolle. Spanier und Moslems hatten im Laufe der Geschichte aber immer wieder Kontakte: Die Mauren beherrschten lange die Iberische Halbinsel und die Spanier machten später Marokko zum Protektorat. Zwar gibt es immer wieder Spannungen zwischen Spaniern und Marokkanern, dennoch ist ein marokkanischer Einfluss in Spanien fast nicht mehr wegzudenken. Insbesondere in Andalusien gibt es viele Städte, die zahlreiche muslimische Geschäfte und marokkanisches Flair aufweisen. Bleibt zu hoffen, dass beide Kulturen in Zukunft friedlich koexistieren können.
