Gastfreundschaft

Die türkische Kultur ist nicht nur facettenreich – oft sind türkische Bräuche auch äußerst unterhaltsam. Etwa dann, wenn es um den türkischen Aberglauben geht oder wenn man die türkische Gastfreundschaft kennenlernen darf.

Türkischer Volksglaube


Zwar sind viele Türken gläubige Muslime, dennoch verfolgen sie teilweise Bräuche, die nicht mit dem Islam in Verbindung stehen. Am bekanntesten ist sicherlich der Glaube an den bösen Blick. Vor ihm schützt man sich am besten mit einem Nazar-Anhänger. Diese blauen Amulette stellen ein Auge dar, das den bösen Blick von fremden Personen einfangen und somit den Träger vor Neid und Unglück schützen soll. Dieser Glaube ist nur ein Bestandteil des türkischen Volksglaubens – es gibt unzählige Verhaltensregeln, die vor Unglück schützen sollen, und Symbole, die bestimmte Ereignisse ankündigen. So nimmt man beispielsweise kein Messer aus der Hand eines Freundes entgegen, da die Freundschaft dabei zerschnitten werden könnte. Auch misst man lieber nicht nach, wie groß ein Kind schon geworden ist – es könnte sofort das Wachstum einstellen und klein bleiben. Abgerundet wird der türkische Aberglaube durch Kaffeesatz- und Handlesen sowie durch den Glauben an menschliche Heilkräfte.

Türkische Gastfreundschaft


Die türkische Gastfreundschaft ist eine Tugend, die von den Türken mit größter Freude gepflegt wird. Egal ob man auf einer Reise bei einer türkischen Familie eingeladen ist oder in heimischen Gefilden – immer kann man sicher sein, dass alles getan wird, damit man sich richtig wohlfühlt. Man wird mit Speisen, Tee und (zum Teil extrem süßen) Süßigkeiten verwöhnt. Die türkische Gastfreundschaft hat in ihren Grundzügen einen religiösen Hintergrund: Nach islamischem Glauben sollen alle Gäste gut versorgt werden. Das ehrt nicht nur den Gast, sondern zeigt auch, dass der Gastgeber ein guter, gottesgläubiger Mensch ist.

Revanchieren kann man sich für die Gastfreundschaft der Türken am besten, indem man eine kleine Aufmerksamkeit für die Kinder des Hauses mitbringt. Große Geschenke werden nicht erwartet – wichtiger ist, dass man der Gastfreundschaft der Türken offen begegnet und die vielen kleinen Liebenswürdigkeiten annimmt.